EUROPE 2016 im Goethe-Institut Paris

Die deutsch-französische Begegnung im Jazz
- Ein Projekt vom Goethe Institut Paris in Kooperation mit Jazz am Rhein e.V./Vive le Jazz –

Das Jahr der Erinnerung an den Elysee Vertrag, der die lange Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich beendete und eine neue nachbarliche Freundschaft gestartet hat vor 50 Jahren, ist nach etlichen Gedenkprojekten zu Ende gegangen.
Auch Jazz am Rhein e.V. hat sich mit einigen Projekten daran vor allem in Bonn, der früheren Bundeshauptstadt beteiligt.
Immer wieder müssen Kulturprojekte präsentiert werden, die die Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen den Szenen beider Länder mit Erfolg praktizieren.
Eine der Kulturformen, die immer nach vorne sehen und Neues erarbeiten, ist der Jazz. Diese von jenseits des Atlantik stammende Kulturform der Musik war mit dem Ersten Weltkrieg nach Europa, d.h. zunächst nach Frankreich und England gekommen und hatte sich dann in den 20er Jahren in ganz Europa auch in Deutschland ausgebreitet. Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme verschwand er wieder in vielen Ländern. Aber in Frankreich blieb er am Leben, begeisterte und begeistert die Menschen bis heute. Viel Neues unmittelbar von der eigenen traditionellen Musikkultur hat sich mit dem Jazz zusammengetan und eine Kulturform in Frankreich zutage gebracht, die Ihresgleichen sucht. Menschen wir Boris Vian oder Django Reinhardt dokumentierten die Entwicklung seit den 30er Jahren, einer Zeit, in der viele berühmte amerikanische Musiker sich in Frankreich niederließen, für einige Jahre Miles Davis in Paris, Kenny Clarke bis zu seinem Tod ebenfalls, nachdem er mit Francy Boland eine der weltbesten Big Bands der 60er bei Gigi Campi in Köln gegründet hatte (sic: die deutsch-französische Verbindung). Große Namen machten in Frankreich auf sich aufmerksam wie Michel Legrand, Hughues Panassié, Michel Portal, Henri Texier usw. usw..

Heute verfügt Frankreich über eine große Szene mit mehr als 200 Festivals aller Art, davon über 30 des aktuellen Jazz. Französische Musiker, alte wie junge sind im Export, überall in Europa zu hören. Die öffentliche Förderung bis zu Organisationen wie Sacem (der französischen Gema) ist vorbildlich, auch wenn die EURO Krise hier inzwischen ihre Spuren hinterlässt.
Über den Jazz aus Deutschland ist in Frankreich nicht viel bekannt. Einige wenige Verbindungen gibt es seit einigen Jahren, aber dies sind weitgehend Einzelfälle. Das soll sich in Zukunft ändern!
Und der Jazz in Deutschland: In den 30er Jahren untergegangen war er nach 1945 einer der Hoffnungsschimmer auf eine neue und freie Zeit. Und der Jazz in Deutschland entwickelte sich wie in allen europäischen Ländern, ist aber nicht über die Grenzen so präsent wie zum Beispiel der aus Frankreich, wo es traditionelle eine Exportförderung gibt.
Vor einigen Jahren begann eine Kooperation der Konservatorien in Paris und Köln, die etliche junge Musiker zusammengeführt hat. So studierten zum Beispiel Lars Duppler, Laia Genc und Sebastian Sternal aus Köln, heute bekannte deutsche Jazzmusiker mindestens 1 Jahr in Paris, woraus enge Bindungen mit französischen Kollegen entstanden sind.
Und es gibt das Jazz Dor Festival in Strasbourg und Berlin und seit 2008 das Festival Vive Le Jazz in Bonn, Köln und Düsseldorf. Dessen Träger ist der Verein Jazz am Rhein e.V., der 2009 von Afijma, dem Verband der aktuellen Festivals in Frankreich als erstes nicht französisches Mitglied aufgenommen wurde. Seitdem ist ein Austausch in Gang gekommen, so das Projekt "jazzenergie" von 20111 bis 2013. Immer wieder entstehen vor allem einzelne deutsch-französische Projekte, die eine Begegnung/Freundschaft in Zukunft erwarten lassen.
Das Goethe Institut hat in der Vergangenheit immer wieder deutsche Jazzprodukte in Paris präsentiert und wird nun zusammen mit Jazz am Rhein e.V. nach dem ersten Versuch in 2014 mit 3 Projekten für ein weiteres Jahr einige deutsche und gemischt deutsch-französische Begegnungen, d.h. mit Musikern aus NRW der Pariser Öffentlichkeit präsentieren.

Die Projekte in 2016/2017 mit Unterstützung des              

JazzInGoethe

Im Rahmen des neuen  interdisziplinären Projekts „Neues Rheinland"

Dans le cadre du projet interdisciplinaire « Neues Rheinland » et de la Semaine des cultures étrangères

 

Do, 30.06.2016, Fossile 3.

Rudi Mahall (Bass Klarinette), Sebastian Gramss (Kontrabass) und Etienne Nillesen (Schlagzeug)

Text vom Goethe Institut: Wenn Sebastian Gramss, ECHO-Preisträger in der Sparte Kontrabass 2013, nicht gerade ein Soloprojekt verfolgt, arbeitet er als Instrumentalist in verschiedenen Ensembles mit Musikern aus den Bereichen der Neuen Musik, der improvisierten Musik und des Jazz zusammen.

Eines seiner zahlreichen Projekte ist Fossile 3. Rudi Mahall, Sebastian Gramss und Etienne Nillesen  spielen griffige, prägnante Melodien und gelten als Avantgarde des Jazz. In ihren originellen Kompositionen spielen die drei Musiker einen energetischen Jazz.

 

Do, 22.09., 20h, Tobias Hoffmann Trio

Tobias Hoffmann, guitare | Frank Schönhofer, basse | Etienne Nillesen, batterie

aus der Werbung des Goethe Instituts:  Le Trio Hofffmann se construit un monde sonore unique à partir de genres et de rythmes divers, dans lequel jazz et blues touchent même à l’électronique. La sobriété des compositions lui laisse une placeimportante pour l’improvisation et les expérimentations. C’est ce chaos créatif qui permet au Trio constitué autour de Tobias Hoffmann d’ouvrir de nouvelles portes dans l’univers du jazz.

 

Do, 19.01.2017 Jens Düppe Quartett

„Anima“

Jens Düppe - dr. / comp., Frederik Köster - trp, Lars Duppler - piano, Christian Ramond - bass

Das Quartett von Jens Düppe ist  eines der herausragenden Projekte im deutschen Jazz, ausgehend von Köln, dem/einem Zentrum des Jazz in deutschland/Europa. Nicht nur das besondere musikalische Können der vier Musiker,  ist etwas Besonderes sondern auch die persönlichen Aktivitäten von Jens Düppe mit einer eigenen Konzertreihen, Kommunukation 9.

 



Die Projekte in 2014
21.3.2014 Christine Corvisier Quintett im Rahmen von JazzinGoethe
18.4.2014 Laia Genc Trio im Rahmen von JazzinGoethe
5.6.2014 Pablo Held Trio im Rahmen von JazzinGoethe und anschliessend beim Goethe Institut Marseille
5.7.2014 Christine Corvisier Trio im Rahmen des Solar Decathlon Versailles, Open air
11.9. die Wasserfuhr-Brüder

Die Projekte in 2015 mit Unterstützung des             

19.3. Riccardo Del Fra Quintet "My Chet, My Song" Riccardo del Fra (Bass, Kompositionen und Arrangements), Airelle Besson (tp), Pierrick Pedron (altsax), Sebastian Sternal (piano), Jonas Burgwinkel (dr) Paris - Köln – Riccardo, der Chef der Jazzabteilung am Pariser Konservatorium hat in sein bekanntes Quintett zwei Kölner Musiker ausgenommen, die am Rhein bereits sehr bekannt sind. Sternal hat auch vor einigen Jahren in Paris studiert. 2013 hat das Quintett mehrfach in Deutschland gespielt, nach dem Start in Köln.
17.9.Simin Tander chant, compositions (Cologne), Jeroen van Vliet piano, electronics, Cord Heineking contrebasse, Etienne Nillesen batterie
15.10. Jarry Singla mit dem Wei 3 Trio: Jarry Singla (p/Köln) mit Maciej Garbowski (b) aus Kattowitz
und Peter Dorins, Lille (F) - Das Weimarer Dreieck Projekt der 3 Länder, von diesen ausgewählt und im November 2013 in Kattowitz an den Start gebracht. Dieses jahr ist es bereits in Brüssel aufgetreten und spielt am 14.10.15 im Institut Francais in Köln, am 15.10. im Goethe Institut Paris, am 16.10. in Lille und am 17.10. in der Jazzschmiede in Düsseldorf.
25.11. Sebastian Gille Quartett: Sebastian Gille (Hamburg), Jonas Burgwinkel, Pablo Held und Robert Landfermann (Köln)
10.12. Dt-franz. Tentett
- Tentet Sebastien Jarousse (sax/Paris) – Lars Duppler (piano/Cologne) sowie je 4 jungen Musikern aus Frankreich und aus Deutschland – Schon seit 2010 erneuern die langjährigen Freunde Duppler und Jarousse ihr Bemühen, junge Deutsche und französische Musiker zusammen auf die Bühne zu bringen. Gefördert wird dies vom deutsch-Französischen Jugendwerk!